Auf der Seite des Empirismus in Beſtimmung der cosmologiſchen Ideen, oder der Antitheſis
findet ſich erſtlich, kein ſolches practiſches Intereſſe aus reinen Principien der Vernunft, als Moral und Religion bey ſich fuͤhren. Vielmehr ſcheinet der bloſſe Empirism beiden alle Kraft und Einfluß zu benehmen. Wenn es kein von der Welt unterſchiedenes Urweſen giebt, wenn die Welt ohne Anfang und alſo auch ohne Urheber, unſer Wille nicht frey und die Seele von gleicher Theilbarkeit und Verweslichkeit mit der Materie iſt, ſo verliehren auch die moraliſche Ideen und Grundſaͤtze alle Guͤltigkeit, und fallen mit den transſcendentalen Ideen, welche ihre theoretiſche Stuͤtze ausmachten.
Dagegen bietet aber der Empirism dem ſpeculativen Intereſſe der Vernunft Vortheile an, die ſehr anlockend ſeyn und dieienige weit uͤbertreffen, die der dogmatiſche Lehrer der Vernunftideen verſprechen mag. Nach ienem iſt der Verſtand iederzeit auf ſeinem eigenthuͤmlichen Boden, nemlich dem Felde von lauter moͤglichen Erfahrungen, deren Geſetze er nachſpuͤhren und vermittelſt derſelben er ſeine ſichere und faßliche Erkentniß ohne Ende erweitern kan. Hier kan und ſoll er den Gegenſtand, ſo wol an ſich ſelbſt, als in ſeinen Verhaͤltniſſen, der Anſchauung darſtellen, oder doch in Begriffen, deren Bild in gegebenen aͤhnlichen Anſchauungen klar und deutlich vorgelegt werden kan. Nicht allein, daß er nicht noͤthig hat, dieſe Kette der Naturordnung zu verlaſſen, um ſich