Anmerkung zur vierten Antinomie I. zur Theſis.
Um das Daſeyn eines nothwendigen Weſens zu beweiſen, liegt mir hier ob, kein anderes als cosmologiſches Argument zu brauchen, welches nemlich von dem Bedingten in der Erſcheinung zum Unbedingten im Begriffe aufſteigt, indem man dieſes als die nothwendige Bedingung der abſoluten Totalitaͤt der Reihe anſieht. Den Beweis, aus der bloſſen Idee eines oberſten aller Weſen uͤberhaupt, zu verſuchen, gehoͤrt zu einem andern Princip der Vernunft, und ein ſolcher wird daher beſonders vorkommen muͤſſen.
Der reine cosmologiſche Beweis kan nun das Daſeyn eines nothwendigen Weſens nicht anders darthun, als daß er es zugleich unausgemacht laſſe, ob daſſelbe die Welt ſelbſt, oder ein von ihr unterſchiedenes Ding ſey. Denn, um das leztere auszumitteln, dazu werden Grundſaͤtze erfordert, die nicht mehr cosmologiſch ſind, und nicht in der Reihe der Erſcheinungen fortgehen, ſondern Begriffe von zufaͤlligen Weſen uͤberhaupt, (ſo fern ſie blos als Gegenſtaͤnde des Verſtandes erwogen werden) und ein Princip, ſolche mit einem nothwendigen Weſen, durch bloſſe Begriffe, zu verknuͤpfen, welches alles vor eine transſcendente Philoſophie gehoͤrt, vor welche hier noch nicht der Platz iſt.
Wenn man aber einmal den Beweis cosmologiſch anfaͤngt, indem man die Reihe von Erſcheinungen, und den Regreſſus in derſelben nach empiriſchen Geſetzen der Cauſſalitaͤt, zum Grunde legt: ſo kan man nachher davon nicht abſpringen und auf etwas uͤbergehen, was gar nicht in die Reihe als ein Glied gehoͤrt. Denn in eben derſel