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II. Abſch. Die Antithetik der reinen Vernunft. Die Antithetik beſchaͤftigt ſich alſo gar nicht mit einſeitigen Behauptungen, ſondern betrachtet allgemeine Erkentniſſe der Vernunft nur nach dem Widerſtreite derſelben unter einander und den Urſachen deſſelben. Die transſcendentale Antithetik iſt eine Unterſuchung uͤber die Antinomie der reinen Vernunft, die Urſachen und das Reſultat derſelben. Wenn wir unſere Vernunft nicht blos, zum Gebrauch der Verſtandesgrundſaͤtze, auf Gegenſtaͤnde der Erfahrung verwenden, ſondern iene uͤber die Graͤnze der lezteren hinaus, auszudehnen wagen, ſo entſpringen vernuͤnftelnde Lehrſaͤtze, die in der Erfahrung weder Beſtaͤtigung hoffen, noch Widerlegung fuͤrchten duͤrfen, und deren ieder nicht allein an ſich ſelbſt ohne Widerſpruch iſt, ſondern ſo gar in der Natur der Vernunft Bedingungen ſeiner Nothwendigkeit antrift, nur daß ungluͤcklicher Weiſe der Gegenſatz eben ſo guͤltige und nothwendige Gruͤnde der Behauptung auf ſeiner Seite hat.

Die Fragen, welche bey einer ſolchen Dialectik der reinen Vernunft ſich natuͤrlich darbieten, ſind alſo 1. Bey welchen Saͤtzen denn eigentlich die reine Vernunft einer Antinomie unausbleiblich unterworfen ſey. 2. Auf welchen Urſachen dieſe Antinomie beruhe. 3. Ob und auf welche Art dennoch der Vernunft unter dieſem Widerſpruch ein Weg zur Gewißheit offen bleibe.

Ein dialectiſcher Lehrſatz der reinen Vernunft muß demnach dieſes, ihn von allen ſophiſtiſchen Saͤtzen unter

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