I. Abſch. Syſtem der
cosmologiſchen Ideen.
koͤnnen, daß die Vernunft eigentlich gar
keinen Begriff erzeuge, ſondern
allenfals nur den Verſtandesbegriff, von den
unvermeidlichen Einſchraͤnkungen einer moͤglichen
Erfahrung, frey mache, und ihn
alſo uͤber die Graͤnzen des Empiriſchen, doch
aber in Verknuͤpfung mit demſelben, zu
erweitern ſuche. Dieſes geſchieht dadurch: daß ſie
zu einem gegebenen Bedingten auf der Seite der
Bedingungen (unter denen der
Verſtand alle Erſcheinungen der ſynthetiſchen Einheit unterwirft) abſolute Totalitaͤt
fodert, und dadurch die Categorie zur
transſcendentalen Idee macht, um der
empiriſchen Syntheſis, durch die Fortſetzung derſelben bis zum Unbedingten, (welches
niemals in der Erfahrung, ſondern
nur in der Idee angetroffen wird) abſolute Vollſtaͤndigkeit zu geben. Die Vernunft
fodert dieſes nach dem Grundſatze:
wenn das Bedingte gegeben iſt, ſo iſt auch die
ganze Summe der Bedingungen, mithin das
ſchlechthin Unbedingte gegeben, wodurch ienes
allein moͤglich war. Alſo werden erſtlich die
transſcendentale Ideen eigentlich
nichts, als bis zum Unbedingten erweiterte
Categorien ſeyn, und iene werden ſich in eine
Tafel bringen laſſen, die nach den Titeln der
lezteren angeordnet iſt. Zweitens aber werden doch
auch nicht alle Categorien dazu taugen, ſondern
nur dieienige, in welchen die Syntheſis eine
Reihe ausmacht, und zwar der einander untergeordneten (nicht beygeordneten)
Bedingungen zu einem Bedingten. Die abſolute
Totalitaͤt wird von der Vernunft nur ſo fern
gefodert, als ſie die aufſteigende