Anmerkung zur dritten Antinomie I. zur Theſis.
Die transſcendentale Idee der Freiheit macht zwar bey weitem nicht den ganzen Inhalt des pſychologiſchen Begriffs dieſes Nahmens aus, welcher groſſen Theils empiriſch iſt, ſondern nur den der abſoluten Spontaneitaͤt der Handlung, als den eigentlichen Grund der Imputabilitaͤt derſelben, iſt aber dennoch der eigentliche Stein des Anſtoſſes vor die Philoſophie, welche unuͤberwindliche Schwierigkeiten findet, dergleichen Art von unbedingter Cauſſalitaͤt einzuraͤumen. Dasienige alſo in der Frage uͤber die Freiheit des Willens, was die ſpeculative Vernunft von ieher in ſo groſſe Verlegenheit geſezt hat, iſt eigentlich nur transſcendental und gehet lediglich darauf: ob ein Vermoͤgen angenommen werden muͤſſe, eine Reihe von ſucceſſiven Dingen oder Zuſtaͤnden von ſelbſt anzufangen. Wie ein ſolches moͤglich ſey, iſt nicht eben ſo nothwendig beantworten zu koͤnnen, da wir uns eben ſo wol bey der Cauſſalitaͤt nach Naturgeſetzen damit begnuͤgen muͤſſen, a priori zu erkennen, daß eine ſolche vorausgeſezt werden muͤſſe, ob wir gleich die Moͤglichkeit, wie durch ein gewiſſes Daſeyn das Daſeyn eines andern geſezt werde, auf keine Weiſe begreifen, und uns desfalls lediglich an die Erfahrung halten muͤſſen. Nun haben wir dieſe Nothwendigkeit eines erſten Anfangs einer Reihe von Erſcheinungen aus Freiheit, zwar nur eigentlich in ſo fern dargethan, als zur Begreiflichkeit eines Urſprungs der Welt erfoderlich iſt, indeſſen daß man alle nachfolgende Zuſtaͤnde vor eine Abfolge nach bloſſen Naturgeſetzen