ten als: Es koͤnne das Daſeyn des ſchlechthin Einfachen aus keiner Erfahrung oder Wahrnehmung, weder aͤuſſeren noch inneren, dargethan werden, und das ſchlechthin Einfache ſey alſo eine bloſſe Idee, deren obiective Realitaͤt niemals in irgend einer moͤglichen Erfahrung kan dargethan werden, mithin in der Expoſition der Erſcheinungen ohne alle Anwendung und Gegenſtand. Denn wir wollen annehmen, es ließe ſich vor dieſe transſcendentale Idee ein Gegenſtand der Erfahrung finden: ſo muͤßte die empiriſche Anſchauung irgend eines Gegenſtandes als eine ſolche erkant werden, welche ſchlechthin kein Mannigfaltiges auſſerhalb einander, und zur Einheit verbunden, enthaͤlt. Da nun von dem Nichtbewuſtſeyn eines Mannigfaltigen auf die gaͤnzliche Unmoͤglichkeit ein ſolches in irgend einer Anſchauung deſſelben Obiects, kein Schluß gilt, dieſes leztere aber zur abſoluten Simplicitaͤt durchaus noͤthig iſt, ſo folgt: daß dieſe aus keiner Wahrnehmung, welche ſie auch ſey, koͤnne geſchloſſen werden. Da alſo etwas als ein ſchlechthin einfaches Obiect niemals in irgend einer moͤglichen Erfahrung kan gegeben werden, die Sinnenwelt aber, als der Inbegriff aller moͤglichen Erfahrungen angeſehen werden muß: ſo iſt uͤberall in ihr nichts Einfaches gegeben.
Dieſer zweite Satz der Antitheſis geht viel weiter als der erſte, der das Einfache nur von der Anſchauung des Zuſammengeſezten verbant, dahingegen dieſer es aus der ganzen Natur wegſchaft, daher er auch nicht aus dem Begriffe eines gegebenen Gegenſtandes der aͤuſſeren Anſchauung (des Zuſammengeſezten), ſondern aus dem Verhaͤltniß deſſelben zu einer moͤglichen Erfahrung uͤberhaupt hat bewieſen werden koͤnnen.