Elementarl. II. Th. II. Abth. II.
Buch.
ienige, was eine Wirklichkeit im Raume und der
Zeit bezeichnet, nachdem ſie auf die
eine, oder die andere Art der ſinnlichen
Anſchauung bezogen wird. Iſt Empfindung einmal
gegeben, (welche, wenn ſie auf einen Gegenſtand
uͤberhaupt, ohne dieſen zu beſtimmen, angewandt
wird, Wahrnehmung heißt,) ſo kan durch die
Mannigfaltigkeit derſelben mancher Gegenſtand
in der Einbildung gedichtet werden, der auſſer
der Einbildung im Raume oder der Zeit keine
empiriſche Stelle hat. Dieſes iſt ungezweifelt
gewiß, man mag nun die Empfindungen, Luſt und
Schmerz, oder auch der aͤuſſeren, als Farben,
Waͤrme ꝛc. nehmen, ſo iſt Wahrnehmung
dasienige, wodurch der Stoff, um Gegenſtaͤnde
der ſinnlichen Anſchauung zu denken, zuerſt
gegeben werden muß. Dieſe Wahrnehmung ſtellet
alſo, (damit wir diesmal nur bey aͤuſſeren
Anſchauungen bleiben) etwas Wirkliches im Raume
vor. Denn erſtlich iſt Wahrnehmung die
Vorſtellung einer Wirklichkeit, ſo wie Raum die
Vorſtellung einer bloſſen Moͤglichkeit des
Beyſammenſeyns. Zweitens wird dieſe Wirklichkeit
vor dem aͤuſſeren Sinn, d. i. im Raume
vorgeſtellt. Drittens iſt der Raum
ſelbſt nichts anders, als bloſſe Vorſtellung, mithin kan in ihm nur das als
wirklich gelten, was in ihm vorgeſtellet*) wird, und umgekehrt, was in ihm