So iſt denn alſo aller Streit uͤber die Natur unſeres denkenden Weſens und der Verknuͤpfung deſſelben mit der Coͤrperwelt lediglich eine Folge davon, daß man in Anſehung deſſen, wovon man nichts weiß, die Luͤcke durch Paralogismen der Vernunft ausfuͤllt, da man ſeine Gedanken zu Sachen macht und ſie hypoſtaſirt, woraus eingebildete Wiſſenſchaft, ſowol in Anſehung deſſen, der beiahend, als deſſen, der verneinend behauptet, entſpringt, indem ein ieder entweder von Gegenſtaͤnden etwas zu wiſſen vermeint, davon kein Menſch einigen Begriff hat, oder ſeine eigene Vorſtellungen zu Gegenſtaͤnden macht, und ſich ſo in einem ewigen Zirkel von Zweideutigkeiten und Widerſpruͤchen herum drehet. Nichts, als die Nuͤchternheit einer ſtrengen, aber gerechten Critik, kan von dieſem dogmatiſchen Blendwerke, der ſo viele durch eingebildete Gluͤckſeligkeit, unter Theorien und Syſtemen, hinhaͤlt, befreien, und alle unſere ſpeculative Anſpruͤche blos auf das Feld moͤglicher Erfahrung einſchraͤnken, nicht etwa durch ſchaalen Spott uͤber ſo oft fehlgeſchlagene Verſuche, oder fromme Seufzer uͤber die Schranken unſerer Vernunft, ſondern vermittelſt einer nach ſicheren Grundſaͤtzen vollzogenen Graͤnzbeſtimmung derſelben, welche ihr nihil ulterius mit groͤſſeſter Zuverlaͤßigkeit an die herculiſche Saͤulen heftet, die die Natur ſelbſt aufgeſtellet hat, um die Fahrt unſerer Vernunft nur ſo weit, als die ſtetig fort