Elementarl. II. Th. II. Abth. II.
Buch.
Obiect vorzuſtellen, oder beſſer geſagt, zu
bezeichnen. Dieſes Ich muͤßte eine Anſchauung
ſeyn, welche, da ſie beim Denken uͤberhaupt
(vor aller Erfahrung) vorausgeſezt wuͤrde, als
Anſchauung a priori
ſynthetiſche Saͤtze lieferte, wenn es moͤglich
ſeyn ſollte, eine reine Vernunfterkentniß von
der Natur eines denkenden Weſens uͤberhaupt zu
Stande zu bringen. Allein dieſes
Ich iſt ſo wenig Anſchauung, als Begriff von
irgend einem Gegenſtande, ſondern die bloſſe
Form des Bewuſtſeyns, welches beiderley Vorſtellungen begleiten, und ſie dadurch zu
Erkentniſſen erheben kan, ſo fern nemlich dazu
noch irgend etwas anders in der Anſchauung
gegeben wird, welches zu einer Vorſtellung von einem Gegenſtande Stoff darreichet. Alſo faͤllt die ganze
rationale Pſychologie, als eine, alle Kraͤfte
der menſchlichen Vernunft uͤberſteigende
Wiſſenſchaft, und es bleibt uns nichts uͤbrig,
als unſere Seele an dem Leitfaden
der Erfahrung zu ſtudiren und uns in den
Schranken der Fragen zu halten, die nicht
weiter gehen, als moͤgliche innere
Erfahrung ihren Inhalt darlegen kan.
Ob ſie nun aber gleich als erweiternde Erkentniß
keinen Nutzen hat, ſondern als ſolche aus lauter
Paralogismen zuſammengeſezt iſt,
ſo kan man ihr doch, wenn ſie vor nichts mehr,
als eine critiſche Behandlung unſerer
dialectiſcher Schluͤſſe und zwar der gemeinen und
natuͤrlichen Vernunft, gelten
ſoll, einen wichtigen negativen Nutzen nicht
abſprechen.
Wozu