Auf dieſen transſcendentalen Schein unſerer pſychologiſchen Begriffe gruͤnden ſich denn noch drey dialectiſche Fragen, welche das eigentliche Ziel der rationalen Pſychologie ausmachen, und nirgend anders, als durch obige Unterſuchungen entſchieden werden koͤnnen: nemlich 1) von der Moͤglichkeit der Gemeinſchaft der Seele mit einem organiſchen Coͤrper, d. i. der Animalitaͤt und dem Zuſtande der Seele im Leben des Menſchen, 2) vom Anfange dieſer Gemeinſchaft, d. i. der Seele in und vor der Geburth des Menſchen, 3) dem Ende dieſer Gemeinſchaft, d. i. der Seele im und nach dem Tode des Menſchen (Frage wegen der Unſterblichkeit).
Ich behaupte nun: daß alle Schwierigkeiten, die man bey dieſen Fragen vorzufinden glaubet, und mit denen, als dogmatiſchen Einwuͤrfen, man ſich das Anſehen einer tieferen Einſicht in die Natur der Dinge, als der gemeine Verſtand wol haben kan, zu geben ſucht, auf einem bloſſen Blendwerke beruhe, nach welchem man das, was blos in Gedanken exiſtirt, hypoſtaſirt, und in eben derſelben Qualitaͤt, als einen wirklichen Gegenſtand auſſerhalb dem denkenden Subiecte annimt, nemlich Ausdehnung, die nichts als Erſcheinung iſt, vor eine, auch ohne unſere Sinnlichkeit, ſubſiſtirende Eigenſchaft aͤuſſe