Des Erſten Buchs der transſcendentalen Dialectik Zweiter Abſchnitt. Von den transſcendentalen Ideen.
Die transſcendentale Analytik gab uns ein Beyſpiel, wie die bloſſe logiſche Form unſerer Erkentniß den Urſprung von reinen Begriffen a priori enthalten koͤnne, welche vor aller Erfahrung Gegenſtaͤnde vorſtellen, oder vielmehr die ſynthetiſche Einheit anzeigen, welche allein eine empiriſche Erkentniß von Gegenſtaͤnden moͤglich macht. Die Form der Urtheile (in einen Begriff von der Syntheſis der Anſchauungen verwandelt) brachte Categorien hervor, welche allen Verſtandesgebrauch in der Erfahrung leiten. Eben ſo koͤnnen wir erwarten: daß die Form der Vernunftſchluͤſſe, wenn man ſie auf die ſynthetiſche Einheit der Anſchauungen, nach Maaßgebung der Categorien anwendet, den Urſprung beſonderer Begriffe a priori enthalten werde, welche wir reine Vernunftbegriffe, oder transſcendentale Ideen nennen koͤnnen, und die den Verſtandesgebrauch im Ganzen der geſamten Erfahrung nach Principien beſtimmen werden.
Die Function der Vernunft bey ihren Schluͤſſen beſtand in der Allgemeinheit der Erkentniß nach Begriffen, und der Vernunftſchluß ſelbſt iſt ein Urtheil, welches a