Plato bemerkte ſehr wol, daß unſere Erkentnißkraft ein weit hoͤheres Beduͤrfniß fuͤhle, als blos Erſcheinungen nach ſynthetiſcher Einheit buchſtabiren, um ſie als Erfahrung leſen zu koͤnnen, und daß unſere Vernunft natuͤrlicher Weiſe ſich zu Erkentniſſen aufſchwinge, die viel weiter gehen, als daß irgend ein Gegenſtand, den Erfahrung geben kan, iemals mit ihnen congruiren koͤnne, die aber nichtsdeſtoweniger ihre Realitaͤt haben und keinesweges bloſſe Hirngeſpinſte ſeyn.
Plato fand ſeine Ideen vorzuͤglich in allem was practiſch iſt,*) d. i. auf Freiheit beruht, welche ihrer Seits
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- Er dehnte ſeinen Begriff freilich auch auf ſpeculative Erkentniſſe aus, wenn ſie nur rein und voͤllig a priori gegeben waren, ſo gar uͤber die Mathematik, ob dieſe gleich ihren Gegenſtand nirgend anders, als in der moͤglichen Erfahrung hat. Hierin kan ich ihm nun nicht folgen, ſo wenig als in der myſtiſchen Deduction dieſer Ideen, oder den Uebertreibungen, dadurch er ſie gleichſam hypoſtaſirte; wiewol die hohe Sprache, deren er ſich in dieſem Felde bediente, einer milderen und der Natur der Dinge angemeſſenen Auslegung ganz wol faͤhig iſt.↩