Von den Begriffen der reinen
Vernunft.
der moͤglichen Erfahrung oder ihrer empiriſchen
Syntheſis) bis dahin zwar keine
wirkliche Erfahrung iemals voͤllig zureicht,
aber doch iederzeit dazu gehoͤrig iſt. Vernunftbegriffe dienen zum Begreiffen, wie Verſtandesbegriffe zum Verſtehen (der Wahrnehmungen).
Wenn ſie das Unbedingte enthalten, ſo betreffen ſie
etwas, worunter alle Erfahrung gehoͤrt, welches ſelbſt
aber niemals ein Gegenſtand der Erfahrung
iſt: Etwas, worauf die Vernunft in ihren Schluͤſſen aus
der Erfahrung fuͤhrt und wornach ſie den Grad ihres
empiriſchen Gebrauchs ſchaͤtzet und abmiſſet, niemals aber ein Glied der empiriſchen
Syntheſis ausmacht. Haben dergleichen Begriffe, deſſen
ungeachtet, obiective Guͤltigkeit, ſo koͤnnen ſie conceptus ratiocinati
(nichtig geſchloſſene Begriffe) heiſſen; wo nicht, ſo
ſind ſie wenigſtens durch einen Schein des Schlieſſens
erſchlichen und moͤgen conceptus
ratiocinantes (vernuͤnftelnde Begriffe) genant werden. Da dieſes aber allererſt in
dem Hauptſtuͤcke von den dialectiſchen Schluͤſſen der
reinen Vernunft ausgemacht werden kan, ſo
koͤnnen wir darauf noch nicht Ruͤckſicht nehmen,
ſondern werden vorlaͤufig, ſo wie wir die reine
Verſtandesbegriffe Categorien nanten, die Begriffe der
reinen Vernunft mit einem neuen Namen
belegen und ſie transſcendentale Ideen nennen, dieſe
Benennung aber iezt erlaͤutern und rechtfertigen.