Ein ſolcher Grundſatz der reinen Vernunft iſt aber offenbar ſynthetiſch; denn das Bedingte Bezieht ſich analytiſch zwar auf irgend eine Bedingung, aber nicht aufs Unbedingte. Es muͤſſen aus demſelben auch verſchiedene ſynthetiſche Saͤtze entſpringen, wovon der reine Verſtand nichts weiß, als der nur mit Gegenſtaͤnden einer moͤglichen Erfahrung zu thun hat, deren Erkentniß und Syntheſis iederzeit bedingt iſt. Das Unbedingte aber, wenn es wirklich ſtatt hat, kan beſonders erwogen werden, nach allen den Beſtimmungen, die es von iedem Bedingten unterſcheiden, und muß dadurch Stoff zu manchen ſynthetiſchen Saͤtzen a priori geben.
Die aus dieſem oberſten Princip der reinen Vernunft entſpringende Grundſaͤtze werden aber in Anſehung aller Erſcheinungen transſcendent ſeyn, d. i. es wird kein ihm adaͤquater empiriſcher Gebrauch von demſelben iemals gemacht werden koͤnnen. Er wird ſich alſo von allen Grundſaͤtzen des Verſtandes, (deren Gebrauch voͤllig immanent iſt, indem ſie nur die Moͤglichkeit der Erfahrung zu ihrem Thema haben), gaͤnzlich unterſcheiden. Ob nun iener Grundſatz: daß ſich die Reihe der Bedingungen (in der Syntheſis der Erſcheinungen, oder auch des Denkens der Dinge uͤberhaupt), bis zum Unbedingten erſtrecke, ſeine obiective Richtigkeit habe, oder nicht, welche Folgerungen daraus auf den empiriſchen Verſtandesgebrauch