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Einleitung.

B. Vom logiſchen Gebrauche der Vernunft.

Man macht einen Unterſchied zwiſchen dem, was unmittelbar erkant, und dem, was nur geſchloſſen wird. Daß in einer Figur, die durch drey gerade Linien begraͤnzt iſt, drey Winkel ſind, wird unmittelbar erkant, daß die: ſe Winkel aber zuſammen zween rechten gleich ſind, iſt nur geſchloſſen. Weil wir des Schlieſſens beſtaͤndig beduͤrfen und es dadurch endlich ganz gewohnt werden, ſo bemerken wir zuletzt dieſen Unterſchied nicht mehr, und halten oft, wie bey dem ſogenannten Betruge der Sinne, etwas vor unmittelbar wahrgenommen, was wir doch nur geſchloſſen haben. Bey iedem Schluſſe iſt ein Satz, der zum Grunde liegt, ein andrer, nemlich die Folgerung die aus ienem gezogen wird, endlich die Schlußfolge (Conſequenz), nach welcher die Wahrheit des lezteren unausbleiblich mit der Wahrheit des erſteren verknuͤpft iſt. Liegt das geſchloſſene Urtheil ſchon ſo in dem erſten, daß es ohne Vermittelung einer dritten Vorſtellung daraus abgeleitet werden kan, ſo heißt der Schluß unmittelbar (conſequentia immediata); ich moͤchte ihn lieber den Verſtandesſchluß nennen. Iſt aber, auſſer der zum Grunde gelegten Erkentniß, noch ein anderes Urtheil noͤthig, um die Folge zu bewirken, ſo heißt der Schluß ein Vernunftſchluß. In dem Satze: alle Menſchen ſind ſterblich, liegen ſchon die Saͤtze: einige Menſchen ſind ſterblich, oder: einige Sterbliche ſind Menſchen, oder: nichts, was unſterblich iſt, iſt

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