Elementarl. II. Th. I. Abth. II. Buch. Anhang.
gegen aber auch die Erſcheinungen nicht Gegenſtaͤnde
an ſich ſelbſt ſeyn koͤnnen. Denn, wenn ich mir blos
Dinge uͤberhaupt denke, ſo kan freilich die Verſchiedenheit
der aͤuſſeren Verhaͤltniſſe nicht eine Verſchiedenheit der
Sachen ſelbſt ausmachen, ſondern ſezt dieſe vielmehr
voraus, und, wenn der Begriff von dem einen, innerlich
von dem des andern gar nicht unterſchieden iſt, ſo ſetze
ich nur ein und daſſelbe Ding in verſchiedene
Verhaͤltniſſe. Ferner, durch Hinzukunft einer bloſſen
Beiahung (Realitaͤt) zur andern, wird ia das
Poſitive vermehrt, und ihm nichts entzogen, oder
aufgehoben, daher kan das Reale in Dingen uͤberhaupt
einander nicht widerſtreiten, u. ſ. w.
Die Begriffe der Reflexion haben, wie wir gezeigt haben,
durch eine gewiſſe Mißdeutung einen ſolchen Einfluß auf den Verſtandesgebrauch, daß ſie ſogar einen der
ſcharfſichtigſten unter allen Philoſophen zu einem vermeinten Syſtem intellectueller Erkentniß, welches
ſeine Gegenſtaͤnde ohne Dazukunft der Sinne zu
beſtimmen unternimt, zu verleiten im Stande
geweſen. Eben um deswillen iſt die Entwickelung
der taͤuſchenden Urſache der Amphibolie dieſer
Begriffe, in Veranlaſſung falſcher Grundſaͤtze
von groſſem Nutzen, die Graͤnzen des Verſtandes zuverlaͤßig
zu beſtimmen und zu ſichern.
Man muß zwar ſagen: was einem Begriff allgemein
zukomt, oder widerſpricht, das komt auch zu, oder
wider