III. Hauptſt. Von dem Grunde d.
Unterſch. ꝛc.
heit des Denkens uͤberhaupt bedeute, (welche von der
Art, wie ein Gegenſtand gegeben werden mag, voͤllig
abſtrahirt), es iſt ihm genug zu wiſſen, was in ſeinem
Begriffe liegt; worauf der Begriff ſelber gehen moͤge, iſt
ihm gleichguͤltig. Er verſuche es demnach mit irgend einem
ſynthetiſchen und vermeintlich transſcendentalen
Grundſatze, als: alles, was da iſt, exiſtirt als Subſtanz,
oder eine derſelben anhaͤngende Beſtimmung: alles
Zufaͤllige exiſtirt als Wirkung eines andern
Dinges nemlich ſeiner Urſache, u ſ. w. Nun frage ich: woher
will er dieſe ſynthetiſche Saͤtze nehmen, da die Begriffe
nicht beziehungsweiſe auf moͤgliche Erfahrung,
ſondern von Dingen an ſich ſelbſt, (Noümena) gelten ſollen? Wo iſt hier das Dritte, welches iederzeit zu einem ſynthetiſchen Satze
erfordert wird, um in demſelben Begriffe, die gar keine
logiſche (analytiſche) Verwandtſchaft haben, mit
einander zu verknuͤpfen? Er wird ſeinen Satz niemals
beweiſen, ia was noch mehr iſt, ſich nicht einmal wegen der
Moͤglichkeit einer ſolchen reinen Behauptung rechtfertigen
koͤnnen, ohne auf den empiriſchen Verſtandesgebrauch
Ruͤckſicht zu nehmen, und dadurch dem reinen und
ſinnenfreyen Urtheile voͤllig zu entſagen. So
iſt denn der Begriff reiner blos intelligibeler
Gegenſtaͤnde gaͤnzlich leer von allen Grundſaͤtzen ihrer Anwendung, weil man keine Art erſinnen kan, wie
ſie gegeben werden ſollten, und der
problematiſche Gedanke, der doch einen Platz vor ſie offen
laͤßt, dient nur, wie ein leerer Raum, die empiriſche
Grundſaͤtze einzuſchraͤnken,