III. Abſch. Syſtemat.
Vorſtellung aller ꝛc.
Verfaſſer, wider den Sinn der Mathematiker, denen
er doch eigentlich angehoͤrt, gegeben haben,
nemlich: daß Poſtuliren ſo viel heiſſen ſolle, als
einen Satz vor unmittelbar gewiß, ohne
Rechtfertigung, oder Beweis ausgeben;
denn, wenn wir das bey ſynthetiſchen Saͤtzen, ſo
evident ſie auch ſeyn moͤgen, einraͤumen ſollten, daß
man ſie ohne Deduction, auf das Anſehen ihres
eigenen Ausſpruchs, dem unbedingten
Beyfalle aufheften duͤrfe, ſo iſt alle Critik des
Verſtandes verloren, und, da es an dreuſten
Anmaſſungen nicht fehlt, deren ſich auch der gemeine Glaube, (der aber kein Creditiv
iſt) nicht weigert; ſo wird unſer Verſtand iedem
Wahne offen ſtehen, ohne daß er ſeinen Beyfall
denen Ausſpruͤchen verſagen kan, die, obgleich
unrechtmaͤßig, doch in eben demſelben Tone der Zuverſicht, als wirkliche Axiomen eingelaſſen
zu werden verlangen. Wenn alſo zu dem Begriffe
eines Dinges eine Beſtimmung a
priori ſynthetiſch hinzukomt, ſo muß von
einem ſolchen Satze, wo nicht ein Beweis, doch
wenigſtens eine Deduction der Rechtmaͤßigkeit
ſeiner Behauptung unnachlaßlich hinzugefuͤgt
werden.
Die Grundſaͤtze der Modalitaͤt ſind aber nicht obiectivſynthetiſch, weil die Praͤdicate
der Moͤglichkeit, Wirklichkeit und
Nothwendigkeit den Begriff, von dem ſie geſagt werden, nicht im mindeſten vermehren, dadurch
daß ſie der Vorſtellung des Gegenſtandes noch etwas
hinzuſezten. Da ſie aber gleichwol doch immer
ſynthetiſch ſeyn, ſo ſind