Erlaͤuterung.
Die Categorien der Modalitaͤt haben das beſondere an ſich: daß ſie den Begriff, dem ſie als Praͤdicate beygefuͤget werden, als Beſtimmung des Obiects nicht im mindeſten vermehren, ſondern nur das Verhaͤltniß zum Erkentnißvermoͤgen ausdruͤcken. Wenn der Begriff eines Dinges ſchon ganz vollſtaͤndig iſt, ſo kan ich doch noch von dieſem Gegenſtande fragen, ob er blos moͤglich, oder auch wirklich, oder, wenn er das leztere iſt, ob er gar auch nothwendig ſey? Hiedurch werden keine Beſtimmungen mehr im Obiecte ſelbſt gedacht, ſondern es fraͤgt ſich nur, wie es ſich, (ſamt allen ſeinen Beſtimmungen) zum Verſtande und deſſen empiriſchen Gebrauche, zur empiriſchen Urtheilskraft, und zur Vernunft (in ihrer Anwendung auf Erfahrung) verhalte?
Eben um deswillen ſind auch die Grundſaͤtze der Modalitaͤt nichts weiter, als Erklaͤrungen der Begriffe der Moͤglichkeit, Wirklichkeit und Nothwendigkeit in ihrem empiriſchen Gebrauche, und hiemit zugleich Reſtrictionen aller Categorien auf den blos empiriſchen Gebrauch, ohne den transſcendentalen zuzulaſſen und zu erlauben. Denn, wenn dieſe nicht eine blos logiſche Bedeutung haben, und die Form des Denkens analytiſch ausdruͤcken ſollen, ſondern Dinge und deren Moͤglichkeit, Wirklichkeit oder Nothwendigkeit betreffen ſollen, ſo muͤſſen ſie auf die moͤgliche Erfahrung und deren ſynthetiſche Einheit gehen, in welcher allein Gegenſtaͤnde der Erkentniß gegeben werden.