Wenn es nun ein nothwendiges Geſetz unſerer Sinnlichkeit, mithin eine formale Bedingung aller Wahrnehmungen iſt: daß die vorige Zeit die folgende nothwendig beſtimmt; (indem ich zur folgenden nicht anders gelangen kan, als durch die vorhergehende), ſo iſt es auch ein unentbehrliches Geſetz der empiriſchen Vorſtellung der Zeitreihe, daß die Erſcheinungen der vergangenen Zeit iedes Daſeyn in der folgenden beſtimmen, und daß dieſe, als Begebenheiten, nicht ſtatt finden, als ſo fern iene ihnen ihr Daſeyn in der Zeit beſtimmen, d. i. nach einer Regel feſtſetzen. Denn nur an den Erſcheinungen koͤnnen wir dieſe Continuitaͤt im Zuſammenhange der Zeiten empiriſch erkennen.
Zu aller Erfahrung und deren Moͤglichkeit gehoͤrt Verſtand, und das erſte, was er dazu thut, iſt nicht: daß er die Vorſtellung der Gegenſtaͤnde deutlich macht, ſondern daß er die Vorſtellung eines Gegenſtandes uͤberhaupt moͤglich macht. Dieſes geſchiehet nun dadurch, daß er die Zeitordnung auf die Erſcheinungen und deren Daſeyn uͤbertraͤgt, indem er ieder derſelben als Folge eine, in Anſehung der vorhergehenden Erſcheinungen, a priori beſtimte Stelle in der Zeit zuerkent, ohne welche ſie nicht