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Elementarl. II. Th. I. Abth. II. Buch. II. Hauptſt. ſine qua non, aber nicht zum Beſtimmungsgrunde der Wahrheit unſerer Erkentniß. Da wir es nun eigentlich nur mit dem ſynthetiſchen Theile unſerer Erkentniß zu thun haben, ſo werden wir zwar iederzeit bedacht ſeyn, dieſem unverletzlichen Grundſatz niemals zu wider zu handeln, von ihm aber, in Anſehung der Wahrheit von dergleichen Art der Erkentniß, niemals einigen Aufſchluß gewaͤrtigen koͤnnen.

Es iſt aber doch eine Formel dieſes beruͤhmten, obzwar von allem Inhalt entbloͤßten und blos formalen Grundſatzes, die eine Syntheſis enthaͤlt, welche aus Unvorſichtigkeit und ganz unnoͤthiger Weiſe in ihr gemiſcht worden. Sie heißt: Es iſt unmoͤglich, daß etwas zugleich ſey und nicht ſey. Auſſer dem, daß hier die apodictiſche Gewißheit (durch das Wort unmoͤglich) uͤberfluͤßiger Weiſe angehengt worden, die ſich doch von ſelbſt aus dem Satz muß verſtehen laſſen, ſo iſt der Satz durch die Bedingung der Zeit afficirt, und ſagt gleichſam: Ein Ding = A, welches etwas = B iſt, kan nicht zu gleicher Zeit non B ſeyn, aber es kan gar wol beydes (B ſo wol, als non B) nach einander ſeyn. z. B. Ein Menſch, der iung iſt, kan nicht zugleich alt ſeyn, eben derſelbe kan aber ſehr wohl zu einer Zeit iung, zur andern nicht iung, d. i. alt ſeyn. Nun muß der Satz des Widerſpruchs, als ein blos logiſcher Grundſatz, ſeine Ausſpruͤche gar nicht auf die Zeitverhaͤltniſſe einſchraͤnken, daher

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