Von dem Schematismus d. r. Verſt.
Begr.
Grunde. Dem Begriffe von einem Triangel uͤberhaupt
wuͤrde gar kein Bild deſſelben iemals adaͤquat ſeyn. Denn
es wuͤrde die Allgemeinheit des Begriffs nicht erreichen,
welche macht, daß dieſer vor alle, recht- oder ſchiefwinklichte ꝛc. gilt, ſondern immer nur auf einen
Theil dieſer Sphaͤre eingeſchraͤnkt ſeyn. Das Schema des
Triangels kan niemals anderswo als in Gedanken exiſtiren,
und bedeutet eine Regel der Syntheſis der
Einbildungskraft, in Anſehung reiner Geſtalten im Raume.
Noch vielweniger erreicht ein Gegenſtand der Erfahrung oder
Bild deſſelben iemals den empiriſchen Begriff, ſondern
dieſer bezieht ſich iederzeit unmittelbar auf das Schema
der Einbildungskraft, als eine Regel der
Beſtimmung unſerer Anſchauung, gemaͤß einem gewiſſen
allgemeinen Begriffe. Der Begriff vom Hunde bedeutet eine
Regel, nach welcher meine Einbildungskraft die
Geſtalt eineseiues vierfuͤſſigen Thieres allgemein
verzeichnen kan, ohne auf irgend eine einzige beſondere Geſtalt, die mir die Erfahrung darbietet,
oder auch ein iedes moͤgliche Bild, was ich in concreto darſtellen kan,
eingeſchraͤnkt zu ſeyn. Dieſer Schematismus unſeres Verſtandes, in Anſehung der Erſcheinungen und ihrer
bloſſen Form, iſt eine verborgene Kunſt in den Tiefen der
menſchlichen Seele, deren wahre Handgriffe
wir der Natur ſchwerlich iemals abrathen, und
ſie unverdeckt vor Augen legen werden. So viel koͤnnen wir
nur ſagen: das Bild iſt ein
Product des empiriſchen Vermoͤgens der productiven Einbildungskraft, das Schema ſinnlicher Begriffe
(als der