Der Transſcendentalen Doctrin der Urtheilskraft (oder Analytik der Grundſaͤtze) Erſtes Hauptſtuͤck. Von dem Schematismus der reinen Verſtandesbegriffe.
In allen Subſumtionen eines Gegenſtandes unter einen Begriff muß die Vorſtellung des erſteren mit der leztern gleichartig ſeyn, d. i. der Begriff muß dasienige enthalten, was in dem darunter zu ſubſumirenden Gegenſtande vorgeſtellt wird, denn das bedeutet eben der Ausdruck: ein Gegenſtand ſey unter einem Begriffe enthalten. So hat der empiriſche Begriff eines Tellers mit dem reinen geometriſchen eines Cirkels Gleichartigkeit, indem die Rundung, die in dem erſteren gedacht wird, ſich im lezteren anſchauen laͤßt.
Nun ſind aber reine Verſtandesbegriffe, in Vergleichung mit empiriſchen (ia uͤberhaupt ſinnlichen) Anſchauungen, ganz ungleichartig und koͤnnen niemals in irgend einer Anſchauung angetroffen werden. Wie iſt nun die Subſumtion der lezteren unter die erſte, mithin die Anwendung der Categorie auf Erſcheinungen moͤglich, da doch niemand ſagen wird: dieſe, z. B. die Cauſſalitaͤt, koͤnne auch durch Sinne angeſchauet werden und ſey in der