Elemental. II. Th. I. Abth. I. Buch. I. Hauptſt.
Verhaͤltniß der Theile der Sphaͤre eines Erkentniſſes,
da die Sphaͤre eines ieden Theils ein Ergaͤnzungsſtuͤck
der Sphaͤre des andern zu dem ganzen Inbegriff der
eingetheilten Erkentniß iſt, z. E. die
Welt iſt entweder durch einen blinden Zufall da, oder
durch innre Nothwendigkeit, oder durch eine aͤuſſere
Urſache. Jeder dieſer Saͤtze nimmt einen Theil der
Sphaͤre des moͤglichen Erkentniſſes uͤber das Daſeyn
einer Welt uͤberhaupt ein, alle zuſammen die ganze
Sphaͤre. Das Erkentniß aus einer dieſer Sphaͤren
wegnehmen, heißt, ſie in eine der uͤbrigen ſetzen, und dagegen ſie in eine Sphaͤre ſetzen, heiſt, ſie
aus den uͤbrigen wegnehmen. Es iſt alſo in einem
disiunctiven Urtheile eine gewiſſe Gemeinſchaft der
Erkentniſſe, die darin beſteht, daß ſie ſich
wechſelſeitig einander ausſchlieſſen, aber dadurch doch
im Ganzen die wahre Erkentniß beſtimmen, indem ſie
zuſammengenommen den ganzen Inhalt einer
einzigen gegebenen Erkentniß ausmachen. Und dieſes iſt
es auch nur, was ich des folgenden wegen hiebey
anzumerken noͤthig finde.
4. Die Modalitaͤt der Urtheile iſt eine ganz beſondere Funktion derſelben, die das
Unterſcheidende an ſich hat, daß ſie nichts zum Inhalte
des Urtheils beytraͤgt, (denn
auſſer Groͤſſe, Qualitaͤt und
Verhaͤltniß iſt nichts mehr, was den Inhalt eines
Urtheils ausmachte) ſondern nur den Werth der Copula in
Beziehung auf das Denken uͤberhaupt angeht.
Problematiſche Urtheile ſind
ſolche, wo man das Beiahen, oder Verneinen als blos
moͤglich (beliebig) annimt. Aſſertoriſche, da es als wirklich (wahr)
be