1. Die Logiker ſagen mit Recht, daß man beym Gebrauch der Urtheile in Vernunftſchluͤſſen die einzelne Urtheile gleich den allgemeinen behandeln koͤnne. Denn eben darum, weil ſie gar keinen Umfang haben, kan das Praͤdicat derſelben nicht blos auf einiges deſſen, was unter dem Begriff des Subiects enthalten iſt, gezogen, von einigem aber ausgenommen werden. Es gilt alſo von ienem Begriffe ohne Ausnahme, gleich als wenn derſelbe ein gemeinguͤltiger Begriff waͤre, der einen Umfang haͤtte, von deſſen ganzer Bedeutung das Praͤdicat gelte. Vergleichen wir dagegen ein einzelnes Urtheil mit einem gemeinguͤltigen, blos als Erkentniß, der Groͤſſe nach, ſo verhaͤlt ſie ſich zu dieſem, wie Einheit zur Unendlichkeit, und iſt alſo an ſich ſelbſt davon weſentlich unterſchieden. Alſo, wenn ich ein einzelnes Urtheil (iudicium ſingulare), nicht blos nach ſeiner innern Guͤltigkeit, ſondern auch, als Erkentniß uͤberhaupt, nach der Groͤſſe, die es in Vergleichung mit andern Erkentniſſen hat, ſchaͤtze, ſo iſt es allerdings von gemeinguͤltigen Urtheilen (iudicia communia) unterſchieden, und verdient in einer vollſtaͤndigen Tafel der Momente des Denkens uͤberhaupt (obzwar freilich nicht in der, blos auf den Gebrauch der Urtheile untereinander eingeſchraͤnkten Logik) eine beſondere Stelle.
2. Eben ſo muͤſſen in einer transſendentalen Logik unendliche Urtheile von beiahenden noch unterſchieden