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II. Abſchnitt. Von der Zeit. Gewisheit erkant werden, ſo frage ich: woher nehmt ihr dergleichen Saͤtze, und worauf ſtuͤtzt ſich unſer Verſtand, um zu dergleichen ſchlechthin nothwendigen und allgemein guͤltigen Wahrheiten zu gelangen. Es iſt kein anderer Weg, als durch Begriffe oder durch Anſchauungen; beydes aber, als ſolche, die entweder a priori oder a poſteriori gegeben ſind. Die letztere, naͤmlich empiriſche Begriffe, imgleichen das, worauf ſie ſich gruͤnden, die empiriſche Anſchauung, koͤnnen keinen ſynthetiſchen Satz geben, als nur einen ſolchen, der auch blos empiriſch d. i. ein Erfahrungsſatz iſt, mithin niemals Nothwendigkeit und abſolute Allgemeinheit enthalten kan, dergleichen doch das Characteriſtiſche aller Saͤtze der Geometrie iſt. Was aber das erſtere und einzige Mittel ſeyn wuͤrde, nemlich durch bloſſe Begriffe oder durch Anſchauungen a priori zu dergleichen Erkentniſſen zu gelangen, ſo iſt klar, daß aus bloſſen Begriffen gar keine ſynthetiſche Erkentniß, ſondern lediglich analytiſche erlangt werden kan. Nehmet nur den Satz: daß durch zwey gerade Linien ſich gar kein Raum einſchlieſſen laſſe, mithin keine Figur moͤglich ſey, und verſucht ihn, aus dem Begriff von geraden Linien und der Zahl zwey abzuleiten, oder auch, daß aus dreyen geraden Linien eine Figur moͤglich ſey, und verſucht es eben ſo, blos aus dieſen Begriffen. Alle eure Bemuͤhung iſt vergeblich, und ihr ſeht euch genoͤthiget, zur Anſchauung eure Zuflucht zu nehmen, wie es die Geometrie auch iederzeit thut. Ihr gebt euch alſo einen Gegenſtand in der An