c) Die Zeit iſt die formale Bedingung a priori aller Erſcheinungen uͤberhaupt. Der Raum, als die reine Form aller aͤuſſeren Anſchauung iſt als Bedingung a priori blos auf aͤuſſere Erſcheinungen eingeſchraͤnkt. Dagegen weil alle Vorſtellungen, ſie moͤgen nun aͤuſſere Dinge zum Gegenſtande haben, oder nicht, doch an ſich ſelbſt, als Beſtimmungen des Gemuͤths, zum innern Zuſtande gehoͤren: dieſer innere Zuſtand aber, unter der formalen Bedingung der innern Anſchauung, mithin der Zeit gehoͤret, ſo iſt die Zeit eine Bedingung a priori von aller Erſcheinung uͤberhaupt, und zwar die unmittelbare Bedingung der inneren (unſerer Seelen) und eben dadurch mittelbar auch der aͤuſſern Erſcheinungen. Wenn ich a priori ſagen kan: alle aͤuſſere Erſcheinungen ſind im Raume, und nach den Verhaͤltniſſen des Raumes a priori beſtimmt, ſo kan ich aus dem Princip des innern Sinnes ganz allgemein ſagen: alle Erſcheinungen uͤberhaupt, d. i. alle Gegenſtaͤnde der Sinne, ſind in der Zeit, und ſtehen nothwendiger Weiſe in Verhaͤltniſſen der Zeit.
Wenn wir von unſrer Art, uns ſelbſt innerlich anzuſchauen, und vermittelſt dieſer Anſchauung auch alle aͤuſſere Anſchauungen in der Vorſtellungs- Kraft zu befaſſen, abſtrahiren, und mithin die Gegenſtaͤnde nehmen, ſo wie ſie an ſich ſelbſt ſeyn moͤgen, ſo iſt die Zeit Nichts. Sie iſt nur von obiectiver Guͤltigkeit in Anſehung der Erſcheinungen, weil dieſes ſchon Dinge ſind, die wir als Gegenſtaͤnde unſrer Sinne annehmen, aber ſie iſt nicht mehr