In der tranſcendentalen Aeſthetik alſo werden wir zuerſt die Sinnlichkeit iſoliren, dadurch, daß wir alles abſondern, was der Verſtand durch ſeine Begriffe dabey denkt, damit nichts als empiriſche Anſchauung uͤbrig bleibe. Zweitens werden wir von dieſer noch alles, was zur Empfindung gehoͤrt, abtrennen, damit nichts als reine Anſchauung und die bloſſe Form der Erſcheinungen uͤbrig bleibe, welches das einzige iſt, das die Sinnlichkeit a priori liefern kan. Bey dieſer Unterſuchung wird ſich finden, daß es zwey reine Formen ſinnlicher Anſchauung, als Principien der Erkentniß a priori gebe, nemlich, Raum und Zeit, mit deren Erwegung wir uns jezt beſchaͤftigen werden.
Der Transſcendentalen Aeſthetik Erſter Abſchnitt. Von dem Raume.
Vermittelſt des aͤuſſeren Sinnes, (einer Eigenſchaft unſres Gemuͤths) ſtellen wir uns Gegenſtaͤnde als auſſer uns, und dieſe insgeſamt im Raume vor. Darinnen iſt ihre Geſtalt, Groͤße und Verhaͤltniß gegen einander beſtimmt, oder beſtimmbar. Der innere Sinn, vermittelſt deſſen das Gemuͤth ſich ſelbſt, oder ſeinen inneren Zuſtand anſchauet, giebt zwar keine Anſchauung von der Seele ſelbſt, als einem Obiect, allein es iſt doch eine be