Eine Wiſſenſchaft von allen Principien der Sinnlichkeit a priori nenne ich die transſcendentale Aeſthetik.*) Es muß alſo eine ſolche Wiſſenſchaft geben, die den erſten Theil der transſcendentalen Elementar-Lehre ausmacht, im Gegenſatz mit derienigen, welche die Principien des reinen Denkens enthaͤlt, und transſcendentale Logik genannt wird.
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- Die Deutſchen ſind die einzige, welche ſich iezt des Worts Aeſthetik bedienen, um dadurch das zu bezeichnen, was andre Critik des Geſchmacks heiſſen. Es liegt hier eine verfehlte Hoffnung zum Grunde, die der vortrefliche Analyſt Baumgarten faßte, die critiſche Beurtheilung des Schoͤnen unter Vernunftprincipien zu bringen, und die Regeln derſelben zur Wiſſenſchaft zu erheben. Allein dieſe Bemuͤhung iſt vergeblich. Denn gedachte Regeln, oder Criterien ſind ihren Quellen. nach blos empiriſch, und koͤnnen alſo niemals zu Geſetzen a priori dienen, wornach ſich unſer Geſchmacksurtheil richten muͤßte, vielmehr macht das letztere den eigentlichen Probierſtein der Richtigkeit der erſteren aus. Um deswillen iſt es rathſam, dieſe Benennung wiederum eingehen zu laſſen, und ſie derienigen Lehre aufzubehalten, die wahre Wiſſenſchaft iſt, wodurch man auch der Sprache und dem Sinne der Alten naͤher treten wuͤrde, bey denen die Eintheilung der Erkentniß in ἀιϑητὰ καὶ νόητα ſehr beruͤhmt war.↩