In der Erſcheinung nenne ich das, was der Empfindung correſpondirt, die Materie derſelben, dasienige aber, welches macht, daß das Mannigfaltige der Erſcheinung in gewiſſen Verhaͤltniſſen geordnet, angeſchauet wird, nenne ich die Form der Erſcheinung. Da das, worinnen ſich die Empfindungen allein ordnen, und in gewiſſe Form geſtellet werden koͤnnen, nicht ſelbſt wiederum Empfindung ſeyn kan, ſo iſt uns zwar die Materie aller Erſcheinung nur a poſteriori gegeben, die Form derſelben aber muß zu ihnen insgeſamt im Gemuͤthe a priori bereit liegen, und dahero abgeſondert von aller Empfindung koͤnnen betrachtet werden.
Ich nenne alle Vorſtellungen rein (im transſcendentalen Verſtande) in denen nichts, was zur Empfindung gehoͤrt, angetroffen wird. Demnach wird die reine Form ſinnlicher Anſchauungen uͤberhaupt im Gemuͤthe a priori angetroffen werden, worinnen alles Mannigfaltige der Erſcheinungen in gewiſſen Verhaͤltniſſen angeſchauet wird. Dieſe reine Form der Sinnlichkeit wird auch ſelber reine Anſchauung heiſſen. So, wenn ich von der Vorſtellung eines Koͤrpers das, was der Verſtand davon denkt, als Subſtanz, Kraft, Theilbarkeit, ꝛc. imgleichen, was davon zur Empfindung gehoͤrt, als Undurchdringlichkeit, Haͤrte,