Vorrede.
Nun iſt Metaphyſik, nach den Begriffen, die wir hier davon geben
werden, die einzige aller Wiſſenſchaften, die ſich eine ſolche
Vollendung und zwar in kurzer Zeit, und mit nur weniger, aber
vereinigter Bemuͤhung, verſprechen darf, ſo daß nichts vor die
Nachkommenſchaft uͤbrig bleibt, als in der didactiſchen Manier alles nach ihren Abſichten
einzurichten, ohne darum den Inhalt im mindeſten vermehren zu koͤnnen.
Denn es iſt nichts als das Inventarium
aller unſerer Beſitze durch reine Vernunft,
ſyſtematiſch geordnet. Es kan uns hier nichts entgehen,
weil, was Vernunft gaͤnzlich aus ſich ſelbſt hervorbringt, ſich
nicht verſtecken kan, ſondern ſelbſt durch Vernunft ans Licht gebracht
wird, ſobald man nur das gemeinſchaftliche Princip deſſelben entdeckt
hat. Die vollkommene Einheit dieſer Art Erkentniſſe, und zwar aus
lauter reinen Begriffen, ohne daß irgend etwas von Erfahrung, oder auch nur
beſondere Anſchauung, die zur beſtimten Erfahrung leiten
ſolte, auf ſie einigen Einfluß haben kan, ſie zu erweitern und zu
vermehren, machen dieſe unbedingte Vollſtaͤndigkeit nicht allein
thunlich, ſondern auch nothwendig.
Tecum habita et noris, quam ſit tibi curta ſupellex.
Perſius
.
Ein