Vorrede.
hung zu betrachten und, obgleich dieſe Eroͤrterung in Anſehung meines
Hauptzwecks von groſſer Wichtigkeit iſt, ſo gehoͤret ſie doch
nicht weſentlich zu demſelben; weil die Hauptfrage immer bleibt,
was und wie viel kan Verſtand und Vernunft, frey von aller Erfahrung, erkennen und nicht, wie iſt das Vermoͤgen zu
Denken ſelbſt moͤglich? Da das leztere gleichſam eine Aufſuchung
der Urſache zu einer gegebenen Wirkung iſt, und in ſo fern etwas
einer Hypotheſe Aehnliches an ſich hat (ob es gleich, wie ich
bey anderer Gelegenheit zeigen werde, ſich in der That nicht ſo
verhaͤlt), ſo ſcheint es, als ſey hier der Fall, da ich mir die Erlaubniß
nehme, zu meinen, und dem Leſer alſo auch frey
ſtehen muͤſſe, anders zu meinen. In Betracht
deſſen muß ich dem Leſer mit der Erinnerung zuvorkommen: daß, im Fall meine
ſubiective Deduction nicht die ganze Ueberzeugung, die ich
erwarte, bey ihm gewirkt haͤtte, doch die obiective, um die es mir
hier vornemlich zu thun iſt, ihre ganze Staͤrke bekomme, wozu
allenfals dasienige, was Seite 92 bis 93 geſagt wird, allein hinreichend
ſeyn kan.
Was endlich die Deutlichkeit betrift, ſo hat der
Leſer ein Recht, zuerſt die diſcurſive (logiſche) Deutlichkeit, durch Begriffe, denn aber auch eine in